Rückblick 2018/2019 von Samuel Keiser

Aktualisiert: 24. Apr 2019

Was für eine Skeleton-Saison: Noch vor wenigen Monaten schrieb ich meine Lehrabschlussprüfungen und kurz darauf kam bereits der Winter, in dem ich mich zum ersten Mal ganz auf den Skeleton-Sport konzentrieren konnte. Ich durfte an allen Europacup-Rennen, an den Junioren-Weltmeisterschaften und den Junioren-Europameisterschaften starten, gewann den Schweizermeistertitel bei den Junioren, wurde Vize-Schweizermeister bei den Aktiven, fuhr im Europacup mehrmals in die Top 10 und musste mich zum ersten Mal wegen eines Fahrfehlers mit einer Verletzung am Fuss herumschlagen. Das volle Programm also, mit Höhen und Tiefen.


Für mich als Junior war diese Saison eine grosse Herausforderung. Als ich mit 15 Jahren den Skeleton-Sport entdeckte, war mein grosses Ziel die Teilnahme an den Olympischen Jugendspielen in Lillehammer 2016. Jetzt, 3 Jahre später, geht es darum, die Basis für die Olympischen Spiele in Peking 2022 zu legen. Viele unterschätzen den Skeleton-Sport, den explosiven Start, das konzentrierte Fahren und die dafür nötige Lockerheit sind Gegensätze, die man lange und intensiv trainieren muss. Ohne Sponsoren, Gönner und die Unterstützung meiner Familie wäre das alles nicht möglich!

Im Gegensatz zum Bobsport kostet ein Fehler und eine Berührung der Bande mehrere Zehntelsekunden.

Der Grund dafür liegt im grossen Gewichtsunterschied in den beiden Sportarten. Ein Zweierbob mit Crew bringt 390 Kilogramm auf die Waage, ein Skeleton wiegt vier Mal weniger, nämlich nur ungefähr 120 Kilo inkl. Athlet. Deswegen war diese erste komplette Saison für mich so extrem wichtig. Zum einen zeigte sie mir, was im kommenden Jahr noch an Arbeit auf mich zu kommt und zum anderen habe ich auch gemerkt, dass mein grosser Traum einer Teilnahme an den Olympischen Spielen möglich ist.


Auf diesem Bild sieht man mich in der ,,krummen Geraden“ in Königssee GER bei der Junioren-WM im Februar 2019, an der ich nach einem Fehler im 1. Lauf den 17. Rang erreichte. So schnell kann es im Skeleton-Sport gehen.



Vielen Dank an alle Sponsoren, Gönner, Freunde und an meinen Bobclub für die grosse Unterstützung, Motivation und Geduld. Mein Weg an die Olympischen Winterspiele von Peking 2022 wird sehr lang und hart. Ohne eure Unterstützung wäre es mir nicht möglich dieses Ziel in Angriff zu nehmen!


Bahnbegehung in Altenberg GER mit der Trainingsgruppe Belgien/Schweiz

Die vielen Bahntrainings Anfang Saison auf sehr anspruchsvollen Bahnen wie Sigulda oder Königssee haben mir viel Vertrauen für die kommenden acht Europacups gebracht. Der Skeleton-Sport ist in der Schweiz immer noch eine Randsportart. Es fehlt an Sponsoren und somit an Geld. Deswegen haben sich die Schweizer mit den Belgiern zu einer Trainingsgemeinschaft zusammengeschlossen. Mit diesem Team konnte ich die ganze Saison durchfahren und es entstand ein wichtiger Austausch unter den Athleten und mit den Trainern, was ich so zum ersten Mal erlebt habe. In den Jahren zuvor während meiner Ausbildung zum Zimmermann war es mir jeweils nicht möglich alle Rennen zu bestreiten.



Start bei der Junioren-EM in Sigulda LAT

Viel Zeit zum Ausruhen gab es im Verlauf der Saison nicht. Ein Wettkampf nach dem Anderen stand an. Genau das macht es aber auch aus, nur so kann man die zuvor beschriebene Routine erlangen. Die im Sommer mit viel Athletiktraining erworbene Schnelligkeit wurde jetzt auf dem Eis umgesetzt und das Sportgerät musste mit feinen Lenkbewegungen mit Kopf, Schultern oder Knien sauber den Eiskanal hinunter gesteuert werden. Hier bei der JuniorenEuropameisterschaft konnte ich sogar den 8. Schlussrang herausfahren.



Junioren-Schweizermeister 2019 in St. Moritz

Die internationale Saison ist jeweils bereits Ende Februar vorbei. Aber in St. Moritz wurden anschliessend noch die Schweizermeistertitel vergeben. Mit zwei soliden Läufen sicherte ich mir den Junioren-Schweizermeistertitel. Bei den Aktiven hat es in diesem Jahr sogar für den Vize-Schweizermeistertitel gereicht. Mit den Startzeiten von 5.07 und 5.04 Sekunden bin ich sehr zufrieden, vor allem auch, weil ich damit sogar noch den Starterpreis gewinnen konnte.



--- Danke an Samuel Keiser für diesen tollen Bericht! ---

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